Drepung, das groesste Kloster Tibets

Heute frueh in der Lobby des Hotels brodelt die Geruechtekueche - jeder weis was - aber nichts genaues: gestern sollen in der Innenstadt Touristen fuer ein freies Tibet demonstriert haben.... Und die Franzosen in unserem Hotel bekommen ihre Passe nicht ausgehaendigt (wie gut, dass wir unsere schon gestern frueh zurueckbekommen haben) - sie weigern sich, ohne Paesse das Hotel zu verlassen, sie wollen eine Bescheinigung! 

Um 09.00 h geht es los, allerdings wollte unser Xiang ganz schnell die Treppe runterlaufen und knickt mit dem Fuss um - er ist ganz blass um die Nase und ein Fuss schwillt an. Die Franzosen steigen in Landcruiser ein - also wird es eine Regelung gegeben haben.

Wir fahren die etwa 10 km zum Drepung-Kloster, das sich noerdlich von Lhasa am Berg hochzieht. Einstmals gab es hier 10.000 Moenche, heute noch etwa 700. Es wurde waehrend der Kultur-Revolution ziemlich zerstoert, ist jetzt aber fast komplett wieder aufgebaut. Es fungiert wie eine Universitaet mit 3 Fakultaeten, tantrischer Buddhismus, Pillow Sophie (wie der local Guide es ausspricht) und Medizin. Das Kloster ist fast wie eine Stadt fuer sich, es zieht sich ueber eine Flaeche von 20.000 Quadratmetern.

Mindestens 100 Stiegen, Treppen und Huehnerleitern mit mindestens je 100 Stufen hoch (ich uebertreibe etwas) - die Gelaender sind klebrig von vielen vielen gebutterten Haenden.... Ich kann das Yak-Aroma der Butterlampen nicht mehr ab! Jeder, wirklich jeder Pilger hat entweder eine Thermoskanne mit fluessiger Butter oder eine Plastik- oder Papiertuete mit Loeffel dabei, manche auch Schraubglaeser und Loeffel. In jede brennende Lampe oder Kerze wird etwas Butter geloeffelt oder gegossen. Man muss aufpassen, dass man den Schmadder nicht an der Hose hat!

Kleine Pilgergruppen bahnen sich ihren Weg durch die Menschenmassen, meistens einer mit einer riesigen Gebetsmuehle voran, und der Rest der Gruppe mit einer Hand voll Geldscheinen (kleinste Stueckelung: 1 Jiao = 0,1 Cent) die bei jedem Heiligen gespendet werden  ... und atuerlich die Butter! Draussen balle sich die Wolken tief und es regnet ein paar Troepfchen - ich sehe mehrere Gebetsmuehlen, die mit kleinen blauen Plastik-Ueberziehern geschuetzt sind.

Wie immer viele Saele. Gebetshallen, Versammlungsraeume und Kapellen - ueberall an den Waenden die schon bekannten gueldenen Statuen: Tsongtsen Gampo, Tsong Kapa, Chen Rezi, Buddha Maitreya, Amithaba, Avalokiteshwara  ... und wie sie alle heissen. Es gibt einen Raum der 1.000 Buddhas, wir klettern hoch und runter ... es gibt Raeume mit tausenden in Wandregalen gestapelten Buechern, alle schoen in Brokat verpackt. Wertvolle Thankas und Mandalas - Kunstschaetzr ohne Ende - aber ich glaube ich bin klostermuede.

Allerdings die grosse Kueche ist dann doch noch sehr interessant! Riesige Bottiche mit Blumenkohlroeschen und klein gewuerfeltem Tofu stehen am Eingang, noch grossere Kessel brodeln auf einem gigantischen Feuer, an den Waenden Kupferkannen fuer Buttertee, der frueher in grossen Butterfaessern gestampft wurde - heute nimmt der Moench die Kuechenmaschine!

7.8.07 09:17

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