In der Altstadt

Unsere Gruppe hat einen Termin fuer den Potala fuer 16.30 h heute nachmittag erhalten - es ist dort so voll, so viele Gruppen, dass sie anders der Heerscharen nicht herr werden.... Also - damit ist der Besuch fuer mich gestrichen, die Hoehe, das Gedraenge, die Grueche (ranzige Yakbutter & Raecherstaebchen), die Hitze - da denke ich lieber an meinen Besuch vor 14 Jahren, den ich noch sehr gut in Erinnerung habe!

Wir starten um 09.00 h - nach einem excelenten Fruehstueck (endlich mal wieder) zum Jokhang Tempel; DEM Nabel der Welt fuer Tibet! Er ist (genau wie der Potala) nicht waehrend der Kultur-Revolution zerstoert worden wie 95 % aller Kloester. Dieser Tempel (heute auch Kloster, weil Moenche hier leben) ist DAS Ziel aller Pilger, teilweise von weit her (durchaus 1.500 km - Tibet ist gross). Vorgestern - und 500 km entfernt - haben wir 3 junge Khampa-Nomaden getroffen, die die Strecke mit Niederwerfungen machen, sie werden Wochen oder Monate unterwegs sein und in der Zeit von Opfergaben ihrer Mitmenschen leben!

Eine viele Meter lange Schlange von Pilgern und Glaeubigen wartet auf Einlass, viele in der Hand Thermoskannen mit fluessiger Yakbutter, die sie als Opfergabe in die vielen brennenden Kerzen-Schaelchen giessen - das erleichtert den Seelen einen neuen Koerper zu finden. Wir duerfen in einer parallelen Reihe schneller hinein - dafuer muss Eintritt gezahlt werden. Der Innenraum ist durch Lampen erleuchtet, Brokatgehaenge, Statuen der Heiligen: Shakyamuni, Avalokiteshwara, Buddha-Maitreya, Sonkhapa ... und viele mehr (ich muss nachlesen :-)) - ein Gedraengel und Gemurmel: "Om Mani padme hum" - "Oh Du Juwel in der Lotusbluete" - dazu werden die Gebetsmuehlen gedreht (mit jeder Drehung wird gebetet, weil in der Muehle ein Zettel mit dem Gebet ist - den gleichen Sinn haben die vielen Gebetsfahnen, die im Winde flattern)

Da Beste am Jokhang-Tempel sit das Dach. Man kann in alle Richtungen, ueber alle Nebengebaeude gehen und hat einen wunderbaren Blick auf die Stadt und den Potala; sowie die goldenen Daecher, Tuerme und Zeichen des Jokhang. Hier trennen sich unsere Wege und die Gruppe loest sich auf. Ich melde mich gleich fuer den ganzen Tag ab. Auf zum Barkhor, vorbei an den Raeucheroefen in denen Wacholder als Opfergabe verbrannt wird.   

Um den Johkang Tempel fuehrt der "Innere Ring", der Barkhor - frueher gab es auch noch einen aeusseren Ring, den "Lingkhor" - aber den gibt es schon lange nicht mehr, dort ist jetzt die chinesische Neustadt. Am Barkhor ist ein Kino, es laeuft "Harry Potter" - ich habe Hermine erkannt! Nur das Viertel um den Barkhor ist noch erhalten, alles andere haben die Chinesen platt gemacht und neu gestaltet: Glass, Chrom, Marmor...

Ich bummele jetzt aber stundenlang ueber den Barkhor und die Nebengassen: ein Souvenirshop neben dem anderen - S H O P P I N G - der Mensch braucht ein paar Souveniers :-)) Die Stimmung hier ist wunderbar, viele Moenche, Pilger, alte Maenner und Frauen in Trachten aus allen Gegenden Tibets: Khampa mit bunten Schnueren im Haar, Nomaden von der Chang-Tang Hochflaeche, edle Damen mit vielen Zoepfen und im Haar befestigten Tuerkisen, Bauern aus Amdo - ich kann mich an den "verwitterten" Gesichtern nicht satt sehen. Wir laecheln uns zu, kichern gemeinsam und wuenschen "Tashidelek" - "alles Gute" .....

6.8.07 10:56

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